rujo 📚 (e)k Armin Wühle(r)en Mala Visión liburuaren kritika egin du
Fesselnd einfühlsames Trennungsdrama mit einem Hauch von Abenteuer
4 izar
Vorweg der Hinweis: Das Buch wurde mir vom Autor, den ich seit einigen Jahren persönlich kenne, geschenkt und ja, in irgendeiner Form hat das sicherlich meine Meinung beeinflusst. Allerdings gehöre ich zu den Menschen, die - warum auch immer - Werke von Bekannten meist kritischer betrachten als von Fremden. Daher bin ich (und Armin Wühle sicher auch) sehr froh, dass mir das Buch wirklich gut gefallen hat. Das war übrigens nicht zu erwarten gewesen, da ich vorm Lesen fast nichts über den Inhalt wusste und auch nichts anderes vom Autor gelesen hatte.
Mala Visión ist das zweite verlegte Buch von Armin Wühle. Darin wird erzählt, wie sich Hannes, die große Liebe von Rafa, nach 6 Jahren glücklicher Beziehung plötzlich und vor allem ohne jede Chance auf Erklärung von diesem abwendet. Für Rafa beginnt hier eine Reise in doppelter Hinsicht. Zum einen spürt er Hannes auf der Suche nach Antworten nach …
Vorweg der Hinweis: Das Buch wurde mir vom Autor, den ich seit einigen Jahren persönlich kenne, geschenkt und ja, in irgendeiner Form hat das sicherlich meine Meinung beeinflusst. Allerdings gehöre ich zu den Menschen, die - warum auch immer - Werke von Bekannten meist kritischer betrachten als von Fremden. Daher bin ich (und Armin Wühle sicher auch) sehr froh, dass mir das Buch wirklich gut gefallen hat. Das war übrigens nicht zu erwarten gewesen, da ich vorm Lesen fast nichts über den Inhalt wusste und auch nichts anderes vom Autor gelesen hatte.
Mala Visión ist das zweite verlegte Buch von Armin Wühle. Darin wird erzählt, wie sich Hannes, die große Liebe von Rafa, nach 6 Jahren glücklicher Beziehung plötzlich und vor allem ohne jede Chance auf Erklärung von diesem abwendet. Für Rafa beginnt hier eine Reise in doppelter Hinsicht. Zum einen spürt er Hannes auf der Suche nach Antworten nach und folgt ihm sogar bis nach Mexiko und zum anderen ist es eine Reise durch inneres Leid und Selbstzweifel, ausgelöst durch die unerwartete totale und dadurch grausam wirkende Abkehr des Geliebten. Eine große Stärke des Buches liegt dabei in der hohen Glaubwürdigkeit der Charaktere, vor allem der Hauptfigur des Rafa. Durch die gewählte Ich-Erzählperspektive wird eine große Nähe zur Hauptfigur geschaffen, die die Geschichte stark trägt und prägt. Ich weiß, dass es viele Leser gibt, die den Ich-Erzähler nicht mögen, aber hier ist das mehr als nur passend und erscheint mir geradezu notwendig zu sein.
Das Lesen dieses Buches war für mich allerdings auch ein ambivalentes Erlebnis. Da ich eine für mich ähnlich schwer zu verstehende Trennung durchleben musste, erinnerte mich die Geschichte auch an diese eigene schmerzhafte Erfahrung. Dadurch fiel es mir manchmal schwer, mit dem Lesen des Buches fortzufahren; es ging mir einfach hier und da zu nah. Doch wenn ich es dann in Händen hielt, nahm mich Rafas Geschichte so sehr gefangen, dass ich es nur schwer wieder weglegen konnte. Das Buch hat definitiv das Potential in einem Rutsch durchgelesen zu werden, mir fehlte es nur mal wieder an Zeit und Ruhe.
Armin Wühle schreibt übrigens nicht nur sehr einfühlsam und manches Mal auch auf fesselnde Weise sehr eindringlich, sondern reicherte die Geschichte auch an vielen Stellen mit Betrachtungen und Gedanken über Menschen, Gott und die Welt an. Dabei sind diese Nebenbetrachtungen und Einstreuungen alles andere als trivial und sind deutlich mehr als nur eine Auflockerung der Geschichte. Mir erschien das Buch sehr durchdacht und nicht einfach mal so aus dem Ärmel geschüttelt. Ich hatte an vielen Stellen auch den Eindruck, dass der Autor viel von sich selbst und von ihm nahestehenden Menschen in sein Werk eingeflochten hat.
Da ich selbst ein schwuler Mann mit gewissen Erfahrungen bin, fühlte ich mich von dieser Geschichte besonders angesprochen. Ich kann daher nur schwer einzuschätzen, wie das Buch auf andere Menschen wirken muss. Ich denke aber, dass der Kern der Geschichte nicht an die sexuelle Orientierung gebunden ist und das Buch daher auch für andere Menschen wertvolles zu bieten hat und lesenswert ist.
Aufgrund kleinerer Kritikpunkte, auf die ich hier nicht eingehen mag, und weil ich mit dem Ende nicht ganz so glücklich bin, ziehe ich in meiner Bewertung ein Sternchen ab. Das bedeutet aber, dass mir Mala Visión am Ende immerhin noch volle 4 Sterne wert ist. Das ist für mich selbst überraschend, da ich normalerweise emotional anrührende Geschichten meide. Im dem Sinne bin ich froh, hier mal aus meinem sonst üblichen Lesebeuteschema ausgebrochen zu sein.